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Gutes tun und anderen etwas zurückgeben: Limburger Bernd-Faßbender-Stiftung finanziert Schulbauten in Sambia

Es gibt Stiftungen, die im Stillen viel Gutes tun, aber in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Eine von ihnen ist die Bernd-Faßbender-Stiftung, die neben vielen anderen Wohltaten bereits eine zweite Schule in Sambia finanziert. Der katholische Diakon und ehemalige Chef eines Limburger Handwerksunternehmens, Bernd Faßbender, hat sie 2001 ins Leben gerufen. Auslöser war eine Pilgerreise, die ihn im Jahr zuvor in den Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzogewina geführt hatte.

Mich erfüllte damals eine tiefe Dankbarkeit für mein erfülltes Leben“, blickt der 79-Jährige zurück. Er habe Gutes tun und anderen Menschen etwas zurückgeben wollen. Mit fünf Jahren verlor er seine Eltern und kam von Berlin nach Hessen. Seine Pflegefamilie schenkte ihm ein Zuhause; er wuchs in Limburg auf. „Ich wäre gern Priester geworden“, sagt Faßbender, der jedoch auf Wunsch seiner Adoptiveltern deren Handwerksbetrieb übernahm. Er ließ sich zum Rollladen- und Jalousiebauer ausbilden, bestand die Meisterprüfung. Schließlich wurde er Obermeister in Hessen und Beisitzer im Bundesverband seiner Branche. Auch in der Kommunalpolitik engagierte sich der verheiratete Vater von zwei Töchtern.

Mit 42 Jahren habe er sein auf die Arbeit fokussiertes Leben hinterfragt. Der Tod seiner für ihn so wichtigen Pflegemutter habe bei ihm eine Sinnkrise und eine Besinnung auf seine Glaubenswurzeln ausgelöst. Die neun Jahre währende Erkrankung seines Pflegevaters bekräftigte seine Haltung. In dieser Zeit ließ er sich zum Diakon ausbilden, um – wie er sagt – Menschen aufzurichten. 1995 wurde Bernd Faßbender kurz nach dem Tod des Pflegevaters im Dom geweiht.

Bewährte Institutionen

Sein Leben nahm eine Wendung, deren unmittelbare Folge 2001 die Gründung der Stiftung war, die bis 2013 „Maria Friedenskönigin“ hieß. Anfangs unterstützte die Stiftung die von der Schlager- und Musicalsängerin, Dichterin und Malerin Inge Brück ins Leben gerufene Initiative „Künstler für Christus“, die verfolgten Christen helfen sollte. Faßbender erwarb ein Gelände ihres damaligen Wohnsitzes in Windeck (Rhein-Sieg-Kreis) und baute ein vorhandenes Gebäude zu einem Gästehaus aus. Mit „Mutabor“ kam später eine Organisation auf das Anwesen, die sich um schwer erziehbare Jugendliche kümmerte.

Inzwischen ist das Grundkapital dank Zustiftungen und Erlöse auf 850.000 Euro angewachsen und in der Lage, durch den Bau von Schulen einen Beitrag zur Bildung junger Menschen in Sambia beizutragen. Da er das nicht selbst organisieren kann, bedient sich der Limburger Senior zweier bewährter Institutionen: der Reiner-Meutsch-Stiftung Fly & Help mit Sitz in Kroppach/Westerwald und des in Fritzlar sitzenden Vereins Tabitha Global Care Germany des im Ruhestand lebenden Pastors Reinhard Berle.

Im südafrikanischen Kalivingi/Sambia hat die Bernd-Faßbender-Stiftung mit 50.000 Euro den Neubau einer vom Unwetter weitestgehend zerstörten Schule finanziert und einen Brunnen gebaut. Das Dorf Kalivingi liegt in der Nord-West-Provinz Sambias an der Grenze zu Angola und dem Kongo. Die Entfernung zur nächstgrößeren Stadt Solwezi beträgt 460 Kilometer. Die Region ist eine der ärmsten Sambias mitten im Buschland, das Dorf nur über einen Ochsenkarrenweg erreichbar.

Verdoppelte Schülerzahlen

Hier hat sich seit zwei Jahren die Schüleranzahl der Kalivingi-Schule auf derzeit 250 Kinder in sieben Klassen verdoppelt, die von vier Lehrerinnen und Lehrern im Schichtbetrieb unterrichtet werden. Für die meisten Klassen findet der Unterricht draußen unter Strohdächern statt“, berichtet Bernd Faßbender und sagt: „Jetzt suchen wir Paten.“ Mit monatlich 30 Euro bekomme ein Kind Schulkleidung, Verpflegung Lernmaterialien und medizinische Versorgung.

Der Erfolg hat uns bestärkt, in dieser Weise weiterzumachen“, so der Vorstandsvorsitzende seiner Stiftung, der auf den Start eines zweiten Projekts verweist: Den Aufbau eines dualen Schulzentrums mit Elternseminar in Shangobeko, im unterentwickelten Distrikt Rufunsa in Sambia. Dort will seine Stiftung ebenfalls mithelfen.

Daneben war es der Stiftung möglich, das Nikolauskloster in Jüchen (Aachen) die Finanzierung einer Dachsanierung zu übernehmen. Es handelt sich um ein geistliches Zentrum, das ohne Kirchensteuermittel auskommen muss. Die Bernd-Faßbender-Stiftung hat Latrinen für Leprakranke in Laos finanziert, unterstützt seit zehn Jahren das Limburger Hagio-Zentrum und gewährt satzungsgemäß projektbezogene Einzelspenden.

Von Dieter Fluck, 17. Juli 2023 für die Rheinzeitung und NNP, LImburg

 

Schule Shangobeko (Sambia)

Juni 2023 (Montage Fenstern und Dach)

Sanierungsarbeiten im Nikolauskloster (Jüchen)

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Latrinenbau in Laos