BFS Bernd-Faßbender-School
Einweihung an Ostern 2024 gefeiert
Von Dieter Fluck, Limburg. (NPP Nassauische Neue Presse)
Als der Limburger Bernd Faßbender Anfang November vorigen Jahres aus Anlass seines 80. Geburtstags zu einem Benefizkonzert mit dem Liedermacher Siegfried Fietz und dessen Sohn Oliver in die Pallottinerkirche St. Marien einlud, hatte er um Spenden für die Übernahme von Patenschaften für Schüler einer von ihm finanzierten Schule in Shangobeko/Sambia gebeten. Dank 400 spendablen Gästen, aufgestockt durch Eigenmittel, kamen stolze 9.000 Euro zusammen. Heute vermeldet der Jubilar: Das Projekt gelingt.
Davon hat sich Faßbender über die Osterfeiertage selbst ein Bild machen können. Der im Ruhestand lebende frühere Unternehmer und katholische Diakon hatte in der Region, die zu den ärmsten Sambias zählt, über seine Bernd-Faßbender-Stiftung zuletzt mit 50.000 Euro den Neubau einer Schule finanziert. „Sie besteht aus zwei Gebäuden mit jeweils drei Klassenräumen und einem Toilettenhaus nach unseren hiesigen Standards. Für weitere 25.000 Euro ist eine Küche im Bau“, berichtet der Investor. Auch drei Brunnen seien gebohrt worden.
Für die Umsetzung seiner großzügigen Projekte bedient sich der Senior des im nordhessischen Fritzlar sitzenden Vereins „Tabitha Global Care Germany“ als Kooperationspartner. Vorsitzender ist der seit 40 Jahren in der Entwicklungshilfe tätige, im Ruhestand lebende Pastor Reinhard Berle.
Dass alle Spenden Eins-zu-eins ankommen und umgesetzt werden, dafür verbürge sich die evangelikale Bischöfin vor Ort, die der Limburger ebenso kennenlernte und in bester Erinnerung behielt wie die Ministerpräsidentin des Districts unweit der Hauptstadt Lusaka. Sie habe ungewöhnlich deutliche Worte an die Eltern gerichtet und gemahnt: „Lasst eure Kinder zur Schule gehen. Nur so haben sie eine Zukunft.“ Die Bernd-Faßbender-School bietet zunächst 120 Jungen und Mädchen Platz.
Tief beeindruckt von der Freude und Dankbarkeit der dort lebenden Bevölkerung, berichtet der Limburger: „300 Menschen waren geladen, 1.000 feierten schließlich mit.“ Als Diakon weihte er die neuen Gebäude mit Lourdes Wasser ein, das er eigens mitgebracht hatte. Die Verständigung geschehe auf Englisch.
Der 80Jährige war nicht alleine auf Tour. Es waren insgesamt 25 Personen, darunter zwei Kinder, die mit dem Vereinsvorsitzenden Reinhard Behrle von der Fritzlarer Hilfsorganisation auf eigene Rechnung nach Afrika aufgebrochen waren. Sie alle haben dort Patenkinder, die sie oft jahrelang unterstützen, nur von Fotos kennen und zum ersten Mal in ihre Arme schließen konnten. Viele Tränen seien geflossen, erzählt Faßbender. Sie hätten auch die Bewohner in ihren Dörfern besucht, um deren Leben in den strohbedeckten Lehmhütten kennenzulernen.
Mit den 9.000 Euro Spenden aus Limburg können 16 Patenkinder 18 Monate lang versorgt werden. Mit 360 Euro Schulgeld im Jahr finanzieren die Paten die Lehrkräfte, Essen, Lernmaterialien und Schuluniformen. „Mit jedem Euro bewegen wir etwas. Alles kommt an“, wirbt der Initiator um die Übernahme weiterer Patenschaften; denn für 13 der 16 Patenkinder müsse er auf Dauer Pateneltern finden.
Duales Schulzentrum in Shangobeka, Distrikt Rufunsa
in Sambia mit der BFS Bernd Faßbender School
Das übergeordnete Ziel des mehrjährigen Projektes ist die kontinuierliche Entwicklung des Gemeinwesens im unterentwickelten Distrikt Rufunsa, ca. 45 Auto-Minuten von Lusaka entfernt. Wir arbeiten hier in einer Kooperation mit Tabitha Global Care Deutschland und Tabitha Global Care Sambia zusammen.
- Die BFS Bernd-Faßbender-Stiftung sorgt für den großen Teil der Gebäudefinanzierung. Die Schule heißt Bernd-Faßbender-School und wurde am 4. April 2024 von Diakon Bernd Faßbender eingeweiht.
- Tabitha Global Care Deutschland koordiniert die Planung des Gesamtprojektes, kümmert sich um die Einrichtungen der Schule und um die Werbung von Paten für die Finanzierung und Betreuung der Patenkinder.
- Tabitha Global Care Sambia ist unser Partner vor Ort, der die Verbindungen zu den öffentlichen Behörden herstellt und pflegt. Auch die Bauaufsicht mit Abrechnung und die Zusammenarbeit mit den Lehrern und Schülern funktioniert so sehr erfolgreich.
In der mehreren Baustufen wird Secondary School (120 Schüler) und ein Berufskolleg (100 Jugendliche bzw. junge Erwachsene) entstehen.
Ziel des dualen Unterrichts ist es, den Schülern zusätzlich zum Schulwissen handwerkliche Fertigkeiten und berufliches Grundwissen zu vermitteln. Denn leider ist die größte Gruppe, die das Sambische Schulsystem hervorbringt, die Gruppe der Schulabbrecher. Die meisten Schüler finden nach ihrer Schulzeit keine existenzsichernde Beschäftigung und müssen ihren Lebensunterhalt als alphabetisierte Tagelöhner bestreiten: Trotz jahrelangem Schulbesuch – keine Zukunftsperspektive!
Im Berufskolleg sollen Kurse für die in Sambia besonders gefragten Handwerke aus dem Bausektor und spezielle Kurse für die Sektoren Solartechnik und E-Mobilität angeboten werden.
Dabei gibt es in Sambia neben dem Mangel an ausgebildeten Handwerkern auch einen großen Bedarf an handwerklich vorgebildeten Hilfskräften. Mit handwerklichen Fertigkeiten und beruflichen Grundkenntnissen ausgerüstete Schulabgänger hätten – egal ob mit oder ohne Abschlussexamen – eine gute Perspektive auf eine existenzsichernde Beschäftigung und könnten einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Distrikts leisten.
Unsere Sambischen Partner sind sicher, dass sich um das duale Schulzentrum herum nach und nach verschiedene Kleinbetriebe ansiedeln werden und sich der Distrikt so auch wirtschaftlich entwickeln wird. – Jobs für junge Sambier werden geschaffen!
Auch Kurse über Hygiene und Ernährung sowie Schulungen in Farming für Kleinbauern (small holders) werden angeboten. Auf dem nahe gelegenen 8,6 ha großen Ackerland der Sambischen Partnerorganisation, Tabitha Global Care, können die small holders heimische Cerealien, Gemüse und Früchte für den Eigenbedarf ihrer Familien anbauen.
Ich habe bei der Einweihung gesehen, dass unsere Spenden eins zu eins dort ankommen und das Vorhaben sehr gut umgesetzt wird. Dafür bürge ich!
Herzlichen Dank an alle bisherigen und zukünftigen Spender, die zum Gelingen des Projektes beitragen. Wir suchen auch ständig noch nach Paten für die Schulkinder.
Limburg, den 16. 8. 2024






